FairMeals

Das Problem

Seit Jahrzehnten wird gegen ihn gekämpft und dennoch scheint er allgegenwärtig und unbesiegbar: der weltweite Hunger! Obwohl es langfristige Fortschritte in der Hungerbekämpfung gibt, wie im Welthungerindex verkündet wird, haben 52 von 119 Ländern Hungerwerte die ernst, sehr ernst oder gravierend sind. Das bedeutet, dass jeder 9. Mensch, das sind 815 Mio. Menschen weltweit, heute unter Hunger leidet.*1

Was viele nicht wissen: Hunger ist kein Problem, das nur Entwicklungsländer betrifft, sondern das wir auch vor unserer Haustür antreffen können.

Wen trifft es am meisten?

Wie überall sind es die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die am meisten leiden: die Kinder.

In Deutschland gelten rund 2,8 Mio. Kinder als armutsgefährdet. Eine halbe Million von ihnen leidet an Hunger.*2 Das liegt häufig nicht nur am Geld, das Familien für die Versorgung ihrer Kinder zur Verfügung haben, sondern häufig dessen falschen Einsatz.

So wird oft Geld für nicht notwendige Lebensmittel wie Softdrinks ausgegeben, so dass das am Monatsende für die wirklich grundlegenden Lebensmittel nichts mehr übrig bleibt. Das Armutsrisiko ist für unter 18jährige sogar gestiegen. Seit 2010 bis 2015 um 1,5%.*3.

Doch auch in der Altersklasse 18 bis 65 Jahre sind ⅕ unserer Gesamtbevölkerung im Jahr 2015 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Das sind im Durchschnitt 20% Bevölkerung!*4.

Die Armutsgefährdungsquote steigt seit 2006 kontinuierlich an. Vom tiefsten Wert 2006 mit 14% auf den bisher höchsten Wert von 15,7% im Jahr 2015.

Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut. Sie betrifft all diejenigen, die unter 60% des mittleren Äquivalenzeinkommens verdienen.

Das Äquivalenzeinkommen beschreibt, wie hoch das Pro-Kopf-Einkommen je Haushaltsmitglied mindestens sein sollte, auf der Basis des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens.

Hunger zieht sich durch alle Altersschichten

Selbst Rentner werden durch Hunger sogar in die Kriminalität getrieben. In der kleinen Ortschaft Murnau in Oberbayern sind von 30 Ladendiebstählen im Jahr 2015 10 auf das Konto von über 60 jährigen gegangen. Besonders traurig: Meistens werden Lebensmittel gestohlen. Die Leiterin der Murnauer Tafel ergänzt, dass ¾ ihrer Gäste Senioren seien. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer der Senioren, die eigentlich Hilfebedürftig sind, viel höher ist. Viele schämen sich vermeintlich für ihre Situation und suchen aus diesem Grund keine Ausgabenstelle auf.*5

Was hat Hunger mit mir zu tun?

Durch diese Beispiele wird ersichtlich, dass es sich weder um ein Problem einer bestimmten Altersgruppe handelt, noch einer bestimmten Region zuzuordnen ist. Auch die Annahme, dass es nur “arme Menschen aus Afrika” betrifft, ist damit obsolet. Hunger ist somit auch ein deutsches Problem und will beantwortet werden. An der University of Minnesota wurde berechnet, dass mit heutigen Ackerflächen und den darauf produzierten Nahrungsmitteln theoretisch bis zu 12 Mrd. Menschen satt werden könnten. Hungern müsste im 21. Jahrhundert also niemand. Doch durch Nahrungsmittelverschwendung in jedem einzelnen Bereich der Produktionskette gehen im Schnitt ⅓ der Nahrungsmittel verloren. Das sind über 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel. Menschen in Nordamerika und Europa verschwenden pro Kopf 115 Kg Lebensmittel pro Jahr.*6 In Frankreich gibt es bereits ein Gesetz, dass Supermärkten verbietet, unverkaufte Lebensmittel wegzuwerfen. Sie müssen entweder gespendet oder weiterverwertet werden.*7 Benötigen wir in Deutschland ein ebensolches Gesetz oder werden wir selbst aktiv?

Mit unserem Konzept "FairMeals" wollen wir dazu beitragen, dass Nahrungsmittelverschwendung reduziert wird und weltweit Menschen von gesundem Essen profitieren können, dass sie sich leisten können.

Was würde sich durch diese veränderte Herangehensweise ändern?

  1. Millionen Tonnen an kostbaren Lebensmittelressourcen werden geschont.
  2. Treibhausgase, die durch die Verrottung ungenutzter Lebensmittel entstehen, werden eingedämmt.
  3. Gastronomieunternehmen sparen Kosten und können dadurch faire Preise anbieten.
  4. Menschen denen Nahrungsmittelfairness wichtig ist, können von vergünstigtem Essen profitieren.

Doch was passiert mit den Menschen, die auch in unserer Gesellschaft wirklich Not und Hunger leiden?

Wir gehen mit unserer Fairness-Kette deshalb einen Schritt weiter.

Unsere Hilfe soll sich vervielfältigen

Wir wollen Akzente setzen und lokale Initiativen stärken, die sich bereits seit mehreren Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der lokalen oder internationalen Hungerbekämpfung engagieren.

Als Leipziger Unternehmen wollen wir getreu unserem Motto "Think globally, act locally" als erstes Projekt mit dem Leipziger "Pavillon der Hoffnung" kooperieren.

Warum Leipzig?

Über ¼ der Kinder unter 15 Jahren in Leipzig leben von Hartz 4. In Leipzig leben nach Berlin die meisten Geringverdiener, die durch Sozialleistungen aufstocken müssen.

Laut paritätischem Wohlfahrtsverband ist jeder Vierte hier von Armut betroffen. Das ist weit mehr als der Bundesdurchschnitt. Damit ist Leipzig unter den deutschen Großstädten noch immer Armutshauptstadt. Hier muss sich also noch vieles verbessern.

Durch unsere Unterstützung wollen wir uns für eine Verbesserung stark machen!

"Freundesgeburtstag" und "Weihnachten fürs Volk" für die wirklich Bedürftigen

Seit mittlerweile 17 Jahren feiert der Verein Pavillon der Hoffnung das "Weihnachten fürs Volk", um besonders Bedürftigen der Stadt ein festlichen und geschmackvolles Weihnachtsfest zu bereiten.

Mittlerweile sind es durchschnittlich über 450 Gäste, die Weihnachten nicht alleine verbringen müssen.

Um Ihnen Wertschätzung zu vermitteln, erhalten Sie ein persönliches Geschenk und ein Festmahl mit Gänsekeule und Klößen.

Dieses Jahresevent ist eingebettet in einen regelmäßigen Festzyklus. Jeweils am letzten Sonntag des Monats wird mit ca. 120 Bedürftigen und Einsamen der "Freundesgeburtstag" gefeiert. Es wird ein gemeinsames Essen ausgerichtet, mit viel Programm und Gesprächen.

Über 100 ehrenamtliche Helfer engagieren sich, um sowohl die monatlichen Geburtstagsfeiern als auch Weihnachten fürs Volk zu organisieren und durchzuführen.

*1 Worldhungerindex 2017
*2 "Die Welt", 14.10.11
*3 "Süddeutsche Zeitung", vom 15.09.17
*4 Statista, Statistik von 2015
*5 Der Merkur, 14.07.16
*6 Die Zeit, 16.05.11
*7 Deutsche Welle, 22.05.15